Tauchen auf Bonaire geht ganz einfach: Jeder bekommt einen Pick-Up, schnappt sich an diversen Flaschenfüllanlagen sein Nitrox, sucht sich einen gelben Stein am Strand mit Tauchplatzmarkierung und ab ins Wasser. Wichtig ist, den Wagen nicht abzuschließen. Dann wissen die Verbrecher wenigstens, dass nichts zu holen ist. Auch sollte man keine Aluflaschen für einen etwaigen zweiten Tauchgang auf der Ladefläche zurücklassen. Wird eingeschmolzen und verkauft.

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Montag gab’s einen Orientierungstauchgang am nahegelegenen Strand. Da sind Chris – alter Afghanistan-Veteran von der Tauchbasis – und ich in voller Montur mal so eben hingedackelt. Orientierung ist nur ein anderes Wort für Check – ja, er kann tarieren und stellt sich nicht all zu blöd unter Wasser an. Gemütlich mit 3mm shorty bei 28 Grad Wassertemperatur und 5kg Blei umhergetaucht und die üblichen Verdächtigen getroffen: Feuerfisch, Nacktschnecke, xy-Barsch etc.

Da ich schwarzen Havana aufbieten konnte, spielte sich das abendliche Vorglühen der Tauchstation bei mir auf der Terrasse ab. Irgendwann haben die Moskitos dann aber die Vorherrschaft übernommen und ich bin nochmal downtown-wärts zum Essen. Da es auf der ganzen Insel nur 6 Polizisten gibt und die sich wiederum ab 17h in diversen Strandbars treffen: Keine Gefahr durch Wegelagerei. Ich habe mein Auto wiedergefunden und sogar die Behausung, Chapeau !

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Gestern dann Wracktauchen. Hat also jemand unmittelbar am Strand an der Riffkante so nen 72 Meter Kahn (Hilma Hooker) versenkt. Chris und ich rein, raus – hier durch, da durch … wie Schnitzeljagt in der Untertertia. Von den 11 Tonnen Marihuana, die das Schiff seinerzeit geladen hatte, haben wir aber nix mehr wiedergefunden.

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Das Wrack der Hilma liegt in einer Tiefe von 32 Meter auf dem Meeresboden auf. Passt gut ins 60 minütige Tauchprofil und bietet noch einen Schwarm großer Tarpone im Laderaum. Auf dem Rückweg noch auf eine aufgereihte Armada Baracudas gestoßen. Die haben sichtlich schmatzend auf die beleibte amerikanische Tauchgruppe hinter uns gewartet. Bis auf den Wadenkrampf bei Ausstieg – rundherum gelungen. Es geht auch ohne Pfadfinder !

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Nachmittags dann noch mal los und Tauchgang zwei absolviert. Der Luftverbrauch wird indes immer weniger. Bei 12 Litern trotz 62 Minuten und ansprechender Tiefe noch 70 bar in der Flasche gehabt. Damit lässt sich arbeiten. Trotz Nitrox ist man dann abends jedoch ganz schön groggy.

Im holländischen Supermarkt gab’s mitunter sogar Spargel. Bin aber auf diverse Minutensteaks ausgewichen und habe das Appartement erstmal ausgeräuchert. Mückenfreie Zone. Anschließend noch alle erdenklichen Weinvorräte mit den Tauchmädels aus Niedersachsen am Pool getilgt. Das mit dem Fußball kann selbstredend kaum einer nachvollziehen. Für die Damen ist Gladbach immer noch ein Vorort von München. Am besten war noch Harry’s Kommentar. „wieso, im Stadion, da sieht man doch so schlecht ?!“. Is recht, Zähneputzen, ab ins Bett.

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