3 Spiele in 11 Tagen – und dabei das Pokalspiel in Drochtersen/Assel sogar ausgelassen. Nichts desto Trotz – für Fohlenanhänger hat wieder die reisefreudige Jahreszeit begonnen. Zum Auftakt hieß es: „Auf, Auf, Auf … in die Champions League“. Der Vorspann verlief schon mal mehr als glücklich: Bern schlug Schachtjor Donezk, Gladbach war gesetzt und bekam just als play-off Gegner die Young Boys zugelost … also auf in die de facto Hauptstadt der Schweiz.

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Als Treffpunkt hatte man am Spieltag die Aarbergerstraße ausgerufen – eine zentrale Kneipengasse inmitten der echt schönen Altstadt. Zwischen Meeting-point und Frühstück lauerte plötzlich das römische Stadionfohlen am Wegesrand, angebunden und traurig an einem Marktstand. Flux befreit und mitgenommen.

Nach einem Hallo-Wach Ramazzotti wurde den nervösen Wirten bei der Arbeit zugeschaut und die ersten Fernsehteams begutachtet. Gemeinsam fragte man sich, wann und vor allem wie viele kommen denn nun eigentlich ? Diesmal waren die meisten Anhänger nur für einen Tagestripp mit Bus, Bahn oder Auto unterwegs. Ab 15h brach dann schließlich die geballte weisse Meute über Bern herein.

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Anfänglich noch mit eigenen Bierpaletten ausgestattet bescherten die Borussen den sichtlich angespannten Araberger Wirten schließlich doch noch den ersehnten Spätsommerbonus. Ähnlich dem Besitzer der weit über Larnaka bekannten Lush Bar darf man nach dem Ansturm getrost ein paar Tage Auszeit nehmen.    –> video

Inzwischen war auch die Schweizer Staatsgewalt auf unser Fohlen aufmerksam geworden. Ergo wurde von goldenen Zeiten, von Netzer bis Heynckes, geringem Durchschnittsalter und offensiver Spielweise doziert. Aha ! Zwischendurch imm mal wieder das kleine Sandstrand Lied geträllert und ab ging die Post.

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Ziel: Stade de Suisse – im ehrwürdigen Wankdorfquartier, auf dessen Grund schon 1954 Fußballgeschichte geschrieben wurde. Oma und Opa an den Fenstern trauten ihren Augen und Ohren nicht, die Enkelkinder zückten geistesgegenwärtig ihre iPhones zur Momentaufnahme.

Rein, Fahne raus, hingesetzt. So ein Fußmarsch durchs Berner Oberland kann lang und anstrengend sein. Gerüchten zu Folge hat es auch nicht jeder geschafft und ist am Wegesrand an einer der einheimischen Dönerbuden mit instantaner Bierversorgung hängengeblieben. Henry nicht, Henry hat’s wie immer auch geschafft.

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Ach ja, dann war da noch das Fußballspiel, was die Elf vom Niederrhein mit 3:1 für sich entscheiden konnte. Nur nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich kurz gewankt, alles in allem recht souverän. Teil I des 30 Mio. Spektakels gut abgearbeitet.

Morgens wieder vorbei an unserem ersten BL Auswärtssieg Gegner (Freiburg). Überall an den Raststätten lungerten sie noch rum, die mit der Postbank auf der Brust.

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Rückspiel Mönchengladbach. Wie so oft mit dem IC2217 07:27h ab dem schönsten Bahnhof Deutschlands. Mittlerweile wurde Drochtensen/Assel nach famosen Kampf mit einer Tordifferenz von 1 (in Worten: Eins) im DFB Pokal ausgeschaltet und der VFB Stuttgart als nächster Gegner zugelost.

Der fehlende Bistrowagen konnte derweil durch professionell durchgekühlte Havana-Cola Dosen kompensiert werden und jeder Halt > 3 Minuten deklarierte sich eigenständig als Raucherpause. Darauf folgte das ewig wiederkommende Ritual: Currywurst, Altbier, Ramazzotti am Alten Markt und ab Richtung Party Park, auf Richtung Gruppenphase der Champions-League.

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Kleine Chores am Rande der Nordkurve und die Young Boys 6:1 albgefrühstückt. Jetzt ist es amtlich. Dass wir unser Geld in den Kneipen dieser Welt international versaufen, stand ja schon fest – jetzt aber mit der CL-Hymne als Hintergrundgeräusch. Eingetauscht gegen das belanglos daherkommende Säuseln der Euro League Musik.

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Ups, was kommt den da per Auslosung daher ? MAtS und Pep Gardiola nebst Gesindel. Messi hat doch bitte in Marakanã bereits begriffen, dass gegen Kramer Chris nix geht. Da langen selbst 17 Minuten.

Sind da etwa die Server der Flugbuchungsmaschinen in die Knie gegangen ? Die Ticket-Seiten der Borussia werden jedenfalls an ihrem Spitzentag bis zu 4 Mio. Zugriffe zählen.

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Und rein in den Bundesliga-Altan. Wie so oft in jüngster Vergangenheit mit dem Heimspiel gegen den Nachbarn aus Leverkusen ein echter Kracher zum Saisonauftakt. Hier wird nicht VerYoung-Baselt, hier ist solide Handwerkskunst gefragt. Ein 6-Punktespiel auf Augenhöhe.

36 Grad und immer heißer … was da am Niederrhein so an der Thermometerdecke anschlug ging gar nicht. Alter Markt: mit Mühe, neuer Biergarten hinter der Nordkurve: Nein – Sitzplatz Ostgerade: Nein. Also erst mal Stehplatz, geschützt vom Oberrang im Schatten. Gott sei Dank nicht 15:30h – zwei Stunden später und ein gefühltes Grad kälter.

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Ein richtig geiles Bundesliga Spiel bekamen wir zu sehen. Eine Borussia nach der Ära Xhaka, die sich im Spielaufbau noch neu erfinden muss, aber hinten bis auf wenige Ausnahmen stabil wirkt und immer noch mit grandios schnellem Umschaltspiel blitzartig vor dem Tor des Gegners bzw. Leno auftaucht.

So krähte der Hahn nach einem schnellen Kramer Freistoß und anschließendem Abwehrpatzer von Tah in Halbzeit 1 und bescherte der Fohlenelf eine 1:0 Halbzeitführung. Immer noch kein Lüftchen Wind auf der Gegengeraden.

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Dann wurde es endlich schattig und das Drama nahm seinen Lauf. Ein nicht gänzlich unverdienter Ausgleich musste hingenommen und verarbeitet werden. Aber Borussia Park ist Party Park und Nordkurve nicht gleich Hoffenheim. Als die Spieler schon die Köpfe hängen lassen wollten entzündete die Sottocultura ein Gezeter und Geschrei, das das ganze Stadion erfassen sollte.

Der Funke sprang tatsächlich auf die Mannschaft über. Ein Sieg des Willens und ein Sieg der Fans.  Nicht umsonst fragt die UEFA in regelmäßigen Abständen bei Borussias Verantwortlichen an, wie das so geht mit Auswärtsreisen, Fans und Stimmung der s-w-g Gemeinde. Coole Nummer – ab nach Hause, nur ein kleiner Zwischenstopp sozusagen 🙂

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