In unserer letzten Nacht an der Ostküste waren wir voranging damit beschäftigt, alle Hotelgäste von der Bar aus frühzeitig ins Bett zu schicken. Bandbreite für den Bundesliga-Auftakt war dringend von Nöten. Herrlich, am nächsten Tag als Derbysieger über diverse Gebirgspässe mit den kleinen Bali-Dörfern zu fahren. Ein Zwischenprost hier, ein rückblickender Gedanke an den Borussia-Park dort … manchmal meint es das Leben eben doch gut mit uns.

Der erste Eindruck von Ubud: Fürchterlich überlaufenes Touristennest mit mächtig Lärm und unerträglichem Verkehrschaos. Dann aber ab in die Seitenstraße Richtung Hotelbalkon: Ruhe, Urwald, Derbysieg, Ruhe, Captain Morgan … allet chic.

Nach dem Auffüllen diverser Vorräte haben wir erst mal eine Bar/Warung unseres Vertrauens gesucht, die der Reisegruppe bei den anstrengenden Urwaldtagen erfrischend zur Seite steht. Mittlerweile hat man sich kennen und schätzen gelernt und ignoriert schweigend die gegenseitige Abhängigkeit. Kleine Fachkommentare zu lokalen Fussballübertragungen sind an dieser Stelle immer sehr hilfreich, wie z.B. „da hätte jetzt wohl auch der Videobeweis kaum geholfen“.

Programmpunkt 1: Monkey Forest. Frei übersetzt: Ein Park in Größe ähnlich der Hafeninsel mit einer dressierten Affenhorde, die mittlerweile ein neues iPhone von einem brandgefährdeten Samsung unterscheiden kann. Bevor das Pack einem den Rucksack aufreißt, muss es immer wieder abgeschüttelt werden. Damit kommt nunmehr folgendes Reiseutensil mit in die Excel-Liste: getunte Fliegenklatsche, hilfsweise Elektroschocker oder Reizgas.

Neben den in Bussen angekarrten Tagestouristen ist Ubud sehr frauenlastig. Was sich im Allgemeinen nicht unbedingt als nachteilig herausstellen muss, kann aber schnell kippen, man spricht dann eher von frauenlästig. Spätestens dann, wenn die Möchtegern Kunstexpertinnen mit ihrem veganen ommm Gefasel beim Anblick unseres Aschenbechers hyperventilieren (siehe obiger Hinweis zur Excel-Tabelle).

Randnotiz: Ein Grund für den weiblichen Ubud-Hype ist im Film „eat, pray, Love!“ begründet, wo sich Julia Roberts in der Hauptrolle unsterblich in besagtes Bergstädtchen nebst Umgebung und schließlich in ihren Traummann verliebt. Ob die Damenwelt im halbzarten Alter hier jedoch findet was sie sucht, muss augenscheinlich bezweifelt werden. Andererseits … bereits der Anblick einer vereinzelt grasenden Kuh im Reisfeld führt zu grenzenlosen „emazing“ Gejohle und unzähligem iPhone Geklicke.

Wir sind da ja völlig Anders ! Beispiel: Bei unserem Aufstieg ins Reisfeldgebirge (Programmpunkt 2) begegneten wir auf halber Strecke einem vermeintlich gestürzten Wanderer mit sichtlich schmerzverzerrtem Gesichtsausdruck – selbstredend nebst wild gestikulierender Frauentraube drum rum.

Auf die absichtlich einfach gehaltene Fragestellung „können wir helfen ?“ konnte dann schlußendlich interpretiert werden „Nein, wir hätten ja wohl keine Schmerzmittel dabei …“.  Da hatte aber jemand mächtig Konstantins Ausrüstungsbegabung unterschätzt. Ibu 800 nebst diversen Alternativen und staunende Gesichter.

Nach erfolgreich bestandener Alpe d’Huez Etappe dann flux wieder in die Taverne unseres Vertrauens. Mariniertes Hühnchen nebst einheimischen Bier und ner Schachtel Marlboro (1,80 € die Packung). Ein großes Bob Marley Portrait hängt demonstrativ an der Eingangsfassade „no woman – no cry … Frau, weine nicht … hier frei übersetzt: keine Frauen, kein Geschrei …“ manchmal meint es das Leben eben doch gut mit uns.

One Thought on “Ubud: Affen, Reis & Heiss

  1. öln = monkey Forest. Die Bewohner erinnern stark an Littbarski und Schmadtke.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Post Navigation