Höhepunkte und final sprint

Als Tauchsafari Neuling war ich prinzipiell mal überrascht, wie wenig eigentlich getaucht wurde. So um die 3 Tauchgänge pro Tag war der Schnitt, hatte deutlich mehr erwartet … aber kam uns Nachtgeistern ganz gelegen. Inzwischen hatte es sich in der Reisegruppe rumgesprochen, dass man an Deck auch nett schlafen kann. Vorbei war’s mit der nächtlichen Einsamkeit.

Tipp 1: 3, besser 4 wasserdichte Bundeswehrschlafsäcke würden dem Equipment eines jeden Motorseglers in dieser Region gut zu Gesichte stehen. Auch wenn man fest daran glaubt, der Kahn ist erst zwei Jahre alt und wasserdicht. Vielleicht helfen die Säcke ja auch, wenn wiedermal unverhofft die Sch… vulkanartig aus dem Waschbecken des Oberdecks emporsteigt.

Die erste Wanderung (per Motorroller Huckepack zum tollen Wasserfall) hat die Auslandskrankenversicherung von Konstantin strikt verboten. Nach dem Segway Desaster am Flesensee gilt für derartige Aktivitäten die Gefahrenstufe Dunkelrot. Eine kleiner Ausflug zum Kratersee mit „Stein an den Wunschbaum hängen“ darf es aber schon noch sein. Hab mir ne Flasche Havana zum Abendbrot gewünscht … alte Mythen scheinen auch nicht mehr das, was sie mal waren.

Tipp 2: Eine klitze kleine Getränkeumfrage – wer, was in welchen Mengen zu trinken gedenkt – hilft manchmal mehr, als Adapter Empfehlungen, die ins Leere laufen. Die 9-köpfige australische Schicksalsgemeinschaft hat für ihre 14 tägige Reise nächstes Jahr bereits 2.000 Dosen Bintang vorbestellt. Da weiß jemand wenigstens genau, was er will.

Derweil hat es sich der Anton aus dem Allgäu unter Wasser gemütlich eingerichtet … das Komodo Tauchgebiet war erreicht und die wassersportliche Qualität stieg sprunghaft an. Unsereins kam bei reichlich Strömung schnell an seine körperliche Grenzen – insbesondere, wenn der vielbeschworene Riffhaken keinen massiven Abnehmer fand.

Super Tauchgänge haben wir gemacht, mit allerlei Getier – manchmal so klein und unscheinbar, dass man eine Lupe benötigte. Unser Fehler: Wir haben uns mal wieder nicht klar genug ausgedrückt, dass uns derartige Lebewesen herzlich überhaupt nicht interessieren. Das ständige Dahergezeige auf Dinge, die in unserer Wahrnehmung nicht existieren stört nicht nur Konstantins verdiente Unterwasserruhe.

Absoluter Höhepunkt der Safari war ein Tauchspot mit mehr als reichlich Mantas. Total abgefahren und mit meiner Schmalspur Kamera leider nicht annähernd naturgetreu wiederzugeben. Majestätisch daherschwebend und völlig unbeeindruckt vom Taucher-Mob. An dieser Stelle würde ich mal vorbehaltslos behaupten: Reiseplanung hat abgeliefert.

Andere Tauchgänge hatten meist extrem viele, zuweilen wohl tausende Fische (Aquarium) und es bot sich eine noch recht intakte Unterwasserwelt. In unserer „no air“ Gruppe ging’s zudem immer recht gemütlich zu Sache, mal waren Konstantin und ich auch nur mit dem Guide alleine on tour. „no air“ bedeutete auch, als erster wieder an Bord und keine Hektik durch Gewusel beim Umziehen.

Endlich war wieder Wandern angesagt, der lila Rundweg (mittlere Kategorie) mit zwischenzeitlicher Varan-Beschauung stand auf dem ausgeklügelten Programm. Nach Herzkatar und Schnappatmung war die Aussicht grandios, die Varane rund um das Tagelöhner Dorf aber eher mau. Vielleicht sind meine Erwartungen auch zunehmend unangemessen, ich zweifle …

Ach ja, zwischenzeitlich hat die Wasseraufbereitungsanlage an Borde den Dienst quittiert. Nicht weiter tragisch, Reste waren noch vorhanden. Tags drauf kam der Lieferant – ein Seelenverkäufe mit Küche direkt neben der Toilettenspülung. Beim Zähneputzen in den nächsten Tagen sollte mich ein komisches Gefühl umgarnen … Scherz, bin da ja so was von schmerzfrei.

Die Abende bzw. Nächte achterdecks werden wir vermissen (Tipp 3: mehr als ein Aschenbecher für die Gäste an einem 2 Meter Tisch wären hilfreich gewesen). Legendär der Spruch: “ habe was verstanden aber gut, dass das nicht mein Mitarbeiter ist“ . Kräfte schickt das Amt …

Genug gefaselt, Zwischenfazit: Tauchsafari würde ich durchaus wieder machen – vielleicht unter geringfügig geänderten Vorzeichen. Rein aus Prinzip werde ich auf Dauer keine 50€ Einzelzimmerzuschlag mehr für ein Zimmer zahlen, was nur 20€  kostet. Ich nehme nen Schlafsack, Aschenbecher und genug Getränke mit in die Excel-Packliste auf (Getränke stehen selbstredend schon da, „genug“ wird nunmehr rot markiert und fett unterstrichen – Anweisung vom Abschnitsbevollmächtigten).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Post Navigation